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So lindert Wärme die Rückenschmerzen
Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden: Vier von fünf Schweizern leiden unter ihnen, mehr als 40 Prozent der Erwachsenen laut «Rückenreport Schweiz» sogar regelmässig.
Oft stecken Verspannungen durch Überlastung oder Fehlhaltung hinter den Beschwerden. Wärme schafft hier Erleichterung: Durch die Thermotherapie werden die Haut und darunter liegende Gewebe besser durchblutet und entspannt. So können verkrampfte Fasern gelockert und Muskelblockaden behoben werden. Dadurch lässt sich nicht nur die gewohnte Mobilität wiederherstellen, sondern auch der Schmerz reduzieren.
Um die betroffene Rückenpartie zu erwärmen, gibt es verschiedene Hilfsmittel. So kann das Gewebe beispielsweise mit einer Wärmflasche, einem Entspannungsbad oder mit praktisch anwendbaren Hotpads, Wärme- bzw. Fangopackungen behandelt werden. Um die Regeneration der Muskeln optimal zu fördern, sollte die Thermotherapie allerdings mit moderater körperlicher Bewegung kombiniert werden. Dazu empfehlen sich vor allem praktische Pflaster oder Gels, die lokal sanft einmassiert werden können.
Muskeln erholen mit der Kryotherapie
Muskeln erholen mit der Kryotherapie
Bei der Kryotherapie wird Kälte (griech. «kryo», bedeutet «kalt») genutzt, um die Regeneration der Muskulatur zu unterstützen. Durch verschiedene Hilfsmittel wie Eisbeutel, kalte Wickel, Gels oder Sprays kann lokal die Umgebungstemperatur gesenkt werden. Dadurch ziehen sich die Gefässe unter der Haut zusammen. In der Folge tritt weniger Flüssigkeit in das Gewebe, wodurch Schwellungen vermieden werden können. Je nach Dauer der Anwendung können unterschiedlich tief unter der Haut liegende Gefässe erreicht werden.
Bei niedrigerer Temperatur entspannen verkrampfte Muskeln und Entzündungsprozesse laufen langsamer ab. Auch die Schmerzleitung erfolgt niederschwelliger, sodass sich insgesamt weniger Beschwerden einstellen und die Regeneration beschleunigt wird.
Die Kryotherapie kann auch als ganzkörperliche Behandlung erfolgen, etwa durch Eisbaden oder Kältekammern. Die Therapie dauert in beiden Fällen nur wenige Minuten, lässt sich aber mehrfach wiederholen.
Um (auch lokale) Erfrierungen zu vermeiden, sollte bei der Kryotherapie das individuelle Kälteempfinden beachtet werden. Für Menschen, die unter Kälteurtikaria leiden, ist diese Form der unterstützenden Behandlung von überlasteten Muskeln nicht geeignet.
Tipps zur Anwendung: So sitzt das Tape perfekt
Tipps zur Anwendung: So sitzt das Tape perfekt
Egal, ob elastisch oder unelastisch: Tapes können strapazierte Muskeln und Gelenke in ihrer Bewegung unterstützen – vorausgesetzt, sie sind gut angebracht. Darauf sollten Sie achten:
- Vorbereitung: Schneiden Sie das Tape in der gewünschten Länge ab. Achtung: Das Tape kann nur längs genutzt werden. Wenn kleinere Stücke benötigt werden, das Tape einfach in Streifen schneiden. Abgerundete Ecken halten besser.
- Hautpflege: Die Hautpartie sollte gründlich gereinigt und abgetrocknet werden, dann hat das Tape einen besseren Halt. Stark behaarte Stellen können rasiert werden. Dadurch lässt sich das Tape besser anbringen – und später schmerzloser entfernen.
- Anbringen: Das Tape wird zuerst ohne Dehnung an beiden Enden fixiert und dann über die ganze Länge festgestrichen. Dabei sollten Falten und Luftblasen vermieden werden. Durch ein leichtes Reiben des angebrachten Tapes entsteht Wärme, die dafür sorgt, dass der Kleber besser hält.
- Entfernen: Damit keine Klebereste auf der Haut bleiben, empfiehlt es sich, das Tape zu befeuchten. Dann wird es vorsichtig abgezogen. Nachdem die Haut gesäubert wurde, sollte sie mit einer rückfettenden Creme gepflegt werden.
Wärme oder Kälte bei strapazierten Muskeln?
Wärme oder Kälte bei strapazierten Muskeln?
Durch eine Veränderung der lokalen Temperatur können überlastete Muskeln und Gelenke unterstützt werden. Doch was fördert die Regeneration besser: Wärme oder Kälte? Und was bewirkt beides jeweils genau im Muskelgewebe?
Sind die Muskeln und Gelenke durch Sport oder alltägliche Beanspruchung überanstrengt, sollten sie zunächst gekühlt werden. Durch die niedrige Temperatur ziehen sich die Gefässe zusammen, sodass weniger Flüssigkeit aus ihnen in das umliegende Muskelgewebe einströmt. So können schmerzhafte Schwellungen verhindert werden.
Die Kältezufuhr sorgt ausserdem dafür, dass die Aktivität entzündungsfördernder Botenstoffe reduziert wird. Auch die Reizübertragung durch die Nervenzellen verlangsamt sich. So verringert sich der Schmerz. Kälte kann somit unmittelbar nach körperlicher Beanspruchung erste Beschwerden lindern.
Für die weitere Behandlung empfiehlt sich hingegen Wärme. Bei einer höheren Umgebungstemperatur werden die Durchblutung und der Stoffwechsel angeregt. Die Zellen können besser mit Sauerstoff und Mineralien versorgt werden, sodass sie schneller regenerieren. Daneben gelangen Stoffwechselreste und schmerzauslösende Signalstoffe schneller in die Gefässe und werden über sie abgeleitet.
Bei einer körperlichen Überlastung sollte deshalb zuerst gekühlt und später mit Wärme therapiert werden.